Saison Rückblick Felix Frohofer

Mit dem Trainingslager auf Lanzarote, wurde der letzte Schliff für den Saisonstart in Rosenau gemacht. Mit einem guten Resultat beim EHC Rosenau hatte ich noch keinen Wert für die WM (das Rennen zählte nicht zu den Qualirennen für die WM), jedoch bereits beim ersten Rennen einen Wert für das Kader. Nach einem Jahr ohne A-Kaderzugehörigkeit war mein grosses Saisonziel, genügend Werte für das A-Kader  herauszufahren, da mir in der Saison 2016 ein Wert gefehlt hatte dafür.

Schon bald kam das erste Rennen, welches für die Qualifikation der WM in Südafrika zählte. Das Rennen in Verolanuova beinhaltete zuerst ein Bergzeitfahren und am zweiten Tag ein Strassenrennen. Leider nicht vor Athos Libanore, jedoch im ersten Viertel der Rangliste platziert, brachte mir das sogleich einen A-Wert für die WM. Durch einen Technischen Defekt beim Strassenrennen blieb es bei dem einem Wert.

Nun standen die Weltcups vor der Türe. Da ich einen Wert bereits herausgefahren hatte, konnte ich mit weniger Druck an den Start gehen, da ein Wert an einem Weltcup immer schwieriger zu erreichen und somit der Druck um einiges höher ist. Der erste Weltcup fand in Maniago statt, am Austragungsort der diesjährigen WM. Beim Weltcup habe ich mit Joseph Fritsch einen jungen Franzosen, mit welchem ich jeweils um Ränge kämpfen kann. Das gibt uns die Möglichkeit, uns gegenseitig zu „pushen“. Beim anschliessenden Weltcup in Ostende, dem Austragungsort der WM 2019 konnte ich weitere wichtige Rennerfahrungen auf hohem Niveau sammeln. Beim Team Relay hiess es Revanche zum Vorjahr zu nehmen, da wir um 3 Sekunden auf den 4. Rang verdrängt wurden. Dies gelang uns mit dem 5. Rang leider nicht, jedoch hatte ich weitere Erfahrungen in der Staffel gewinnen können.

Nach den beiden Weltcups stand wieder die Arbeit im Vordergrund, bevor das Rennen in Köln stattfand. Da ich am Vortag noch arbeiten musste, stand nach Feierabend und einem kurzen Nachtessen die lange Reise nach Köln an. Zum ersten Mal legte ich ganz allein mit dem Auto eine so lange Strecke zurück. Ich war auch das erste Mal ohne Staff oder Eltern an einem Rennen, welche mir die organisatorischen Dinge abnehmen konnten – das machte sich auch auf der Rangliste bemerkbar. Nach zuvor guten Resultaten war dies ein Wochenende „zum Vergessen“. Daran werde ich aber Arbeiten und unter anderem weiss ich jetzt, dass ich meine Reisen anders Planen muss.

Die Schweizermeisterschaft im Strassenrennen in Affoltern am Albis war fast einem Heimrennen, konnte ich mit dem Sieg in der MH4 und somit dem Schweizermeister-Titel wieder ein positives Gefühl gewinnen nach Köln. Beim letzten Weltcup der Saison in Emmen, Holland, hat es mich im Strassenrennen „verblasen“ da mein Abendessen zuvor zu wenige Kohlenhydrate beinhaltet hatte. Das zeigte mir, wie entscheidend das Essen am Vortag ist. Beim Team Relay am letzten Tag wurde im Bereich Essen Korrekturen vorgenommen. Mit dem 3. Rang beim Team Relay durfte ich meine erste Weltcup-Medaille feiern und erst noch zusammen mit Rafal Wilk (meine Nummer 1 in unserer Kategorie) auf dem Podium stehen.

Das Highlight der Saison stand an: die WM in Südafrika. Wie bereits die Reise nach Rio stand uns auch hier eine lange Flugreise mit anschliessender Autofahrt bevor. In Pietermaritzburg angelangt, fühlte ich mich sehr wohl. Nach einigen Trainingstagen startete ich zum Zeitfahren. Mit einem soliden 12. Rang (trotz einer herausgefallen Kette) hatte ich ein gutes Gefühl, im Strassenrennen die Top 10 endlich zu erreichen. Beim Start fühlte ich mich bestens, ich war sehr angriffslustig und hatte keine Nervosität, also beste Voraussetzungen, um mein Ziel zu erreichen, wäre da meine Gangschaltung nicht gewesen, welche offenbar etwas gegen dieses Vorhaben hatte. Nach dem Start fiel ich mit dem kompletten Ausfall der Schaltung auf den letzten Rang und musste mich wieder nach vorne arbeiten. Mit dem  11. Schlussrang konnte ich mein bisheriges Bestresultat an einem Grossanlass verbessern und die Top 10 Platzierung wäre greifbar nah gewesen. Nach diesem Dämpfer wollte ich beim Team Relay umso mehr einen Podestplatz anstreben. Leider fielen wir nach einer zwischenzeitlichen Führung auf den 5. Schlussrang. Zum Saison-Abschluss stand nach guten Rennen in Lugano und Varese das Rennen in Interlaken an. Auch ohne Internationale Beteiligung ist das Rennen in Interlaken immer wieder ein tolles Rennen, da die Durchschnittsgeschwindigkeit sehr hoch ist und es mitten im Zentrum von Interlaken stattfindet. Bei der Schweizermeisterschaft in Affoltern fuhr mir Heinz Frei bergauf sehr konstant davon und ich konnte nur noch zusehen. Dies wollte ich unbedingt ändern und so setzte ich mir den Sieg in den Kopf (was für ein Startfeld mit Heinz Frei, Jean-Marc Berset und Athos Libanore sehr hochgesteckt wirkt, jedoch gibt es den Spruch: „Siege werden im Kopf entschieden“). Beim Schlusssprint konnte ich mich gegen alle Kontrahenten inklusive Heinz Frei durchsetzen und den Sieg feiern. Somit nahm die Saison ein richtig gutes Ende und ich konnte mich motiviert und glücklich in die Winterpause und nun in den Saison Aufbau stürzen.

Mit neuem Trainer und voller Vorfreude nehme ich die Saison 2018 in Angriff und freue mich, von mir hören zu machen.